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    Mittwoch, 06 Dezember 2017 10:45

    Europäisches Zentrum für Grenzraumforschung in der Großregion

    Um der Grenzraumforschung in der Großregion zu internationaler Sichtbarkeit zu verhelfen, bauen die sechs Mitglieder des Verbunds Universität der Großregion – UniGR gemeinsam ein europäisches Zentrum für Grenzraumforschung auf.

    In diesem interdisziplinären Forschungsbereich, der auch im Deutschen meist mit dem englischen Begriff „Border Studies“ bezeichnet wird, arbeiten Raumwissenschaftler sowie Geistes- und Sozialwissenschaftler zum Thema „Grenzen“. Sie forschen etwa über die Bedeutung und die Auswirkungen wirtschaftlicher, politischer, sozialer und kultureller Grenzen. Für das in dieser Form einzigartige wissenschaftliche Zentrum erhalten die Projektpartner von der Europäischen Union bei einem Projektvolumen von 3,65 Millionen Euro eine Förderung von knapp 2 Millionen Euro, verteilt über drei Jahre.

    In der grenzüberschreitenden Großregion zwischen Rheinland-Pfalz, Lothringen, Luxemburg, Wallonien und dem Saarland sind viele Menschen täglich mit Grenzen konfrontiert: Pendler auf dem Weg zur Arbeit, aber auch Verwaltungen und Wirtschaftsunternehmen. Das neue europäische Zentrum soll helfen, den Austausch zwischen diesen regionalen Akteuren und der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Grenzen zu erleichtern. So ist etwa geplant, einen wissenschaftlichen Beitrag zum Raumentwicklungskonzept der Großregion zu leisten. „Eine systematische Auseinandersetzung mit Border Studies in einem interdisziplinären Zentrum ist in Europa einmalig. Damit schaffen wir auch für die Forschung im Bereich Border Studies eine einzigartige disziplinen- und sprachenübergreifende Grundlage“, sagt Karina Pallagst, Professorin für Internationale Planungssysteme und wissenschaftliche Koordinatorin des Projekts an der Technischen Universität Kaiserslautern. Weitere Aktivitäten des Zentrums umfassen wissenschaftliche sowie öffentliche Veranstaltungen rund um das Thema Grenzraumforschung.

    Auch die Studierenden der sechs Universitäten in der Großregion werden von dem Projekt profitieren. Um die grenzüberschreitende und mehrsprachige Lehre zu vereinfachen, sollen Lösungen im Bereich des Blended Learning entwickelt werden, bei dem Präsenzveranstaltungen mit modernen Formen des E-Learning verknüpft werden. Mithilfe der digitalen Lehrmaterialien, die in diesem Projekt erstellt werden, können diese sehr engagierten Studierenden noch besser unterstützt werden. Damit wird ein grenzüberschreitender Lehr- und Lernraum geschaffen.

    An der Schaffung des europäischen Zentrums für Border Studies arbeiten rund 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der sechs UniGR-Hochschulen mit. Getragen wird das Projekt von der Zentrale des grenzüberschreitenden UniGR-Verbunds, der damit seine Bedeutung in der europäischen Hochschullandschaft festigt.

    Das Projekt mit dem offiziellen Titel „Border Studies – Europäisches Kompetenz- und Wissenszentrum für Grenzraumforschung (Border Studies)“ startet im Januar 2018 und wird drei Jahre lang durch das Programm Interreg VA Großregion der EU gefördert. Die Fördersumme für alle Projektpartner beträgt bei einem Projektvolumen von 3,65 Millionen Euro knapp 2 Millionen Euro über den Zeitraum von drei Jahren.

     

    Kontakt:

    Univ. Prof. Dr. Karina Pallagst

    Fachgebiet Internationale Planungssysteme

    Fachbereich Raum- und Umweltplanung

    Technische Universität Kaiserslautern

    Tel. +49 (0)631-205-5155

    E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

    Frédérique Seidel

    Zentrale Geschäftsstelle der UniGR a.s.b.l.

    Tel.: 0681 301 40 802

    E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

     

     

    Hintergrundinformationen zur Universität der Großregion:

    Die Universität der Großregion ist ein innovativer Verbund der Universitäten Kaiserslautern (D), Lüttich (B), Lothringen (F), Luxemburg (LU), des Saarlandes (D) und Trier (D). Die Zusammenarbeit der sechs Universitäten der Großregion, 2008 im Rahmen eines EU-Projekts gestartet, wurde nach der Projektlaufzeit verstetigt. Seit 2015 besitzt der Verbund eine eigene Rechtsform, die es ihm ermöglicht, Projekte im Dienste seiner Mitglieder zu tragen und die Koordination der Zusammenarbeit sicherzustellen.

    Die geographischen Entfernungen zwischen den Universitäten Kaiserslautern, Lüttich, Lothringen, Luxemburg, Trier und des Saarlandes sind leicht zu überwinden. Bis vor wenigen Jahren gab es jedoch noch große administrative Hürden, die nach und nach aufgehoben wurden. Sobald Studierende sich heute in einer der Partneruniversitäten der „Universität der Großregion“ (UniGR) einschreiben, profitieren sie kostenlos vom Angebot der anderen fünf Universitäten. Dank des UniGR-Studentenstatus ist es möglich, an Kursen und Prüfungen teilzunehmen, kostenlos die Bibliotheken zu nutzen, sowie in allen Universitätsmensen zum Studententarif zu essen. Die Studierenden bereichern ihren Universitätsalltag durch interkulturelle Erfahrungen und die Entdeckung der unterschiedlichen Lehrmethoden der Nachbarländer.

    Die Vernetzung der Forschern in der Großregion ist ebenfalls eine zentrale Aktivität der UniGR, insbesondere innerhalb ihrer Leuchtturmbereiche: Grenzraumstudien („Border Studies“), Materialwissenschaft und Ressourceneffizienz sowie Biomedizin. Seminare, wissenschaftliche Workshops oder Konferenzen, bei denen die Wissenschaftler der Großregion sich kennenlernen, haben bereits zahlreiche grenzüberschreitende Projekte hervorgebracht.

     

     


    Quelle Text/Bild:
    TU Kaiserslautern
    Gottlieb-Daimler-Straße 47
    67663 Kaiserslautern
    www.uni-kl.de

    Kaiserslautern: 06.12.2017

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