Montag, 12 Juni 2017 17:15

    „Handwerk ist die Säule der Gesellschaft“ - KSK-Stiftung ehrt jahrgangsbeste Meister

    Einer der Gründe für den Erfolg Deutschlands in der Wirtschaftswelt sei das Duale Ausbildungssystem, sagte der Vorsitzende des Vorstands der Kreissparkasse Kaiserslautern, Rupert Schönmehl, bei der Preisverleihung der Kreissparkassen-Stiftung für das Pfälzische Handwerk.

    Die acht besten Handwerksmeister dieses Jahres repräsentierten und personifizierten dieses Erfolgssystem. Schönmehl rühmte die „Durchlässigkeit“ des deutschen Bildungssystems: „Handwerker können bei uns studieren, Zugang zur Universität haben alle – egal welcher Rasse, Herkunft oder sozialer Schicht sie entstammen“. Was eine Nationalökonomie stark mache, sei die Kooperation ihrer Glieder, denn „Schwache und Starke profitierten durch Öffnung von einander, nicht durch Abschottung“, zitierte Schönmehl den britischen Ökonom David Ricardo. „Auch deshalb is Germany very, very good“, entgegnete Schönmehl einem jüngsten, Deutschland herabsetzenden Ausspruchs des US-Präsidenten Trump.

    „Das Handwerk war und ist eine Säule der Gesellschaft“, betonte der Vorsitzende des Verwaltungsrats der Kreissparkasse, Landrat Paul Junker. Diese Auszeichnung der Kreissparkassen-Stiftung habe einen alles übersteigenden ideellen Wert, „das können Sie immer und überall vorlegen!“, sagte Junker an die Meister gewandt. Die Stiftung zeichnet die kammerweit Jahrgangsbesten ihres jeweiligen Faches aus. Wenn man erlebe, wie selbstbewusst, eloquent und voller Elan die Besten ihres Fachs auftreten, dann sei ihm nicht bange um die Zukunft des Handwerks. Junker wies mit Blick auf Handwerker-Nachwuchs auch auf die Flüchtlinge hin und erinnerte an Ausbildungsprogramme, die helfen, junge Leute in Handwerksberufe zu bringen: „Da ist noch Potenzial!“ Die Kreissparkassen-Stiftung werde auch künftig Menschen auszeichnen, die Außergewöhnliches geleistet haben, sagte der Kuratoriumsvorsitzende.

    „Sie haben nicht nur das wichtigste Ziel der handwerklichen Berufsausbildung erreicht, sondern auch bewiesen, dass Sie bereit sind, überdurchschnittliche Leistungen zu erbringen“, sagte Brigitte Mannert, Präsidentin der Handwerkskammer der Pfalz, an die Jungmeister gerichtet. Eine Handwerksmeisterprüfung stehe „ganz oben auf der Liste beim Erfolg von fachlich-wirtschaftlichen Wissen“, so Mannert. Ein Meisterbrief sei für die Gesellschaft „Siegel und Garant für hochwertige Güter und Dienstleistungen“ und Berechtigung zur Ausbildung. Der Meisterbrief solle einem universitären Abschluss des Bachelors gleichgestellt werden. Sie wandte sich zugleich vehement gegen die EU-Bestrebungen der sogenannten Dienstleistungs-Karte. Was als Vollendung des EU-Binnenmarktes gepriesen werde, sei aber „in Wahrheit ein Angriff auf den Wert und Inhalt eines Meisterbriefes und des handwerklichen Ausbildungssystems“, unterstrich Mannert.
    Sie ermunterte, die Chancen der Digitalisierung für das Handwerk zu erkennen und zu nutzen und warb ausdrücklich für die Selbständigkeit. „Die Zeichen stehen gut, mehr als

    90 Prozent aller Betriebe sagen, die Geschäfte gingen gut.“ Die Handwerkskammer berät beispielsweise bei Geschäftsgründungen. „Nehmen Sie Ihre Zukunft in die Hand, seien Sie kreativ und mutig, machen Sie sich selbständig“, rief Mannert den „Botschaftern Ihres Berufes“ zu.
     
    Das Querflöten-Duo Maria Ottenbreit-Burkhard und Margarete Ottenbreit umrahmten die Feierstunde musikalisch.
     
    Die Kreissparkassen-Stiftung für das Pfälzische Handwerk wurde 1986 eingerichtet und verfügt mittlerweile über ein Stiftungskapital von 250.000 Euro. Stiftungszweck ist die Förderung der technischen und betriebswirtschaftlichen Weiterbildung der Meister, Gesellen und Beschäftigten zur Erhaltung und Steigerung der Leistungsfähigkeit des Handwerks. Bislang konnten fast 129.000 Euro an Preisgeldern ausgereicht werden.
    In diesem Jahr wurden acht Jungmeister mit Urkunden und einem Preisgeld in Höhe von je 300 Euro geehrt. Philip Palme aus Weilerbach (Elektrotechnikermeister), Sven Leyh aus Eisenberg (Feinwerkmechanikermeister), Jennifer Gehart aus Schifferstadt (Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeisterin), Andrea Groch aus Kaiserslautern (Friseurmeisterin), Frank Stemmler aus Niedermohr (Installateur- und Heizungsbaumeister), Martin Steck aus Kleinsteinhausen (Landmaschinenmechanikermeister), Patrick Pierrot aus Pirmasens (Schornsteinfegermeister), Sebastian Martin aus Heltersberg (Zimmerermeister).


    Bild:
    copyright Stadt Kaiserslautern
    Quelle Text:
    Pressestelle der Stadtverwaltung Kaiserslautern,  
    www.kaiserslautern.de

    Kaiserslautern, 12.06.2017

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